Domain umziehen ohne Ausfall: Schritt für Schritt
Eine Domain umziehen ohne Ausfall von Webseite oder E-Mail ist kein Hexenwerk, aber die Reihenfolge ist alles. Wir zeigen den ehrlichen Ablauf: AuthCode, TTL, DNS sichern, Postfächer retten und 301-Redirects fürs SEO.
Eine Domain umziehen klingt nach einem Klick und ist in Wirklichkeit eine Frage der Reihenfolge. Wer einfach beim alten Anbieter kündigt und beim neuen neu anlegt, steht im schlimmsten Fall zwei Tage ohne Webseite und, schlimmer, ohne E-Mail da. Die gute Nachricht: Mit etwas Vorlauf läuft der Umzug ohne, dass ein Kunde davon etwas merkt.
Hier ist der ehrliche Ablauf, Punkt für Punkt, ohne Agentur-Pose.
Umzug ist nicht gleich Umzug
Erst eine Begriffsklärung, weil hier viel durcheinandergeht:
- Domain-Transfer: Die Domain wechselt den Anbieter (Registrar), bleibt aber dieselbe Domain. Das ist der echte „Umzug” und braucht einen AuthCode.
- Webseite umziehen: Nur der Server (das Hosting) wechselt, die Domain bleibt, wo sie ist. Hier ändern Sie nur DNS-Einträge.
- Domain wechseln: Sie ziehen auf eine andere Domain um, etwa von
.deauf.com. Das ist der heikelste Fall, weil hier SEO und Redirects voll mitspielen.
Die drei mischen sich oft. Klären Sie zuerst, was bei Ihnen wirklich passiert, dann wissen Sie, welche der folgenden Schritte gelten.
Schritt 1: TTL vorher senken
Der wichtigste Schritt passiert, bevor irgendetwas umzieht. Jeder DNS-Eintrag hat eine TTL (Time To Live), also wie lange Provider weltweit den Eintrag zwischenspeichern dürfen. Steht die TTL auf 24 Stunden, kann es nach der Umstellung einen ganzen Tag dauern, bis alle Besucher beim neuen Server landen.
Senken Sie die TTL ein bis zwei Tage vor dem Umzug auf einen kurzen Wert (300 Sekunden, also 5 Minuten). Dann greift die spätere Umstellung fast sofort, statt sich über Stunden hinzuziehen. Nach dem erfolgreichen Umzug stellen Sie die TTL wieder hoch.
Schritt 2: AuthCode und Transfer
Beim echten Anbieterwechsel brauchen Sie den AuthCode (auch Auth-Info oder EPP-Code genannt). Den fordern Sie beim alten Anbieter an, oft steht er im Kundenkonto, manchmal kommt er per Mail.
Außerdem muss die Domain entsperrt (Transfer-Lock aus) und der WHOIS-Datenschutz für den Vorgang ggf. kurz deaktiviert sein. Beim neuen Anbieter starten Sie dann den Transfer mit der Domain plus AuthCode. Der Wechsel wird per E-Mail an den Domain-Inhaber bestätigt. Prüfen Sie deshalb vorher, dass die hinterlegte Inhaber-Mailadresse aktuell ist, sonst hängt der Transfer.
Ein .de-Transfer über DENIC dauert meist wenige Stunden bis einen Tag,
internationale Endungen oft länger.
Schritt 3: DNS-Records sichern
Bevor Sie irgendwo etwas umstellen: Machen Sie ein Foto, einen Screenshot oder eine Liste aller bestehenden DNS-Einträge. Das ist der am häufigsten vergessene und am bittersten bereute Schritt. Wenn die Zone beim neuen Anbieter leer startet, müssen Sie jeden Eintrag von Hand nachbauen, und ohne Sicherung raten Sie.
Notieren Sie mindestens:
- A / AAAA (Webserver-IP) und CNAME (z. B.
www) - MX (Mailserver, Reihenfolge der Prioritäten)
- TXT für SPF, DKIM, DMARC (E-Mail-Zustellung)
- alle weiteren TXT, etwa Google-Site-Verification oder Tool-Bestätigungen
Schritt 4: E-Mail-Postfächer nicht vergessen
Das ist der Punkt, an dem die meisten Umzüge schiefgehen. Eine Domain ist nicht nur Webseite, sie ist auch E-Mail. Wenn die MX-Records umschwenken, bevor die Postfächer am neuen Ziel existieren, landen eingehende Mails ins Leere und sind weg.
Reihenfolge bei E-Mail:
- Postfächer beim neuen Anbieter anlegen, bevor Sie etwas umstellen.
- Bestehende Mails per IMAP-Migration kopieren, nicht verschieben.
- Erst dann die MX-Records und SPF/DKIM/DMARC umstellen.
- Eine Übergangszeit einplanen, in der beide Seiten erreichbar sind.
Wenn Sie Postfächer beim alten Anbieter haben, kündigen Sie das alte Hosting erst, wenn die neue Mail nachweislich läuft. Nicht früher.
Schritt 5: 301-Redirects fürs SEO
Solange dieselbe Domain bleibt und nur der Server wechselt, müssen Sie SEO-seitig wenig tun, die URLs bleiben ja gleich. Sobald Sie aber auf eine andere Domain umziehen oder URLs sich ändern, sind dauerhafte 301-Weiterleitungen Pflicht. Sie sagen Google: Diese Seite ist endgültig hierher umgezogen, übertrage das Ranking mit.
Wichtig dabei:
- Jede alte URL auf ihr passendes neues Gegenstück leiten, nicht pauschal alles auf die Startseite.
- 301 (dauerhaft), nicht 302 (temporär).
- Interne Links, Sitemap und Canonical-Tags auf die neue Domain ziehen.
- Die neue Domain in der Google Search Console anlegen und dort den Adressänderungs-Hinweis nutzen.
Die richtige Reihenfolge auf einen Blick
- TTL senken (1–2 Tage vorher)
- DNS-Records komplett sichern
- AuthCode holen, Domain entsperren
- Neues Ziel vorbereiten: Hosting, Postfächer, Inhalte
- Transfer starten / DNS umstellen
- Verifizieren, dass Web und Mail laufen
- Erst danach das Alte kündigen, TTL wieder hoch
Die goldene Regel: Nichts Altes abschalten, bevor das Neue läuft.
Verifizierung danach
Nach der Umstellung nicht einfach abhaken. Prüfen Sie:
- Webseite über
https://mit und ohnewwwerreichbar, Zertifikat gültig - Test-Mail an eine Adresse der Domain senden und von dort eine rausschicken
- SPF/DKIM/DMARC mit einem Online-Check kontrollieren (sonst landen Mails im Spam)
- in der Search Console auf Crawl-Fehler und die alten URLs schauen
Häufige Fehler
- Altes Hosting zu früh gekündigt und Mails verloren.
- TTL nicht gesenkt, dadurch stundenlang gemischter Zustand.
- DNS-Einträge nicht gesichert, SPF/DKIM vergessen, Mails im Spam.
- AuthCode-Mail an eine tote Inhaber-Adresse, Transfer hängt.
- Redirects pauschal auf die Startseite statt URL-genau, Rankings weg.
Das alles ist machbar, wenn man es ruhig und der Reihe nach angeht. Und wenn Sie es nicht selbst machen wollen: Wir übernehmen den kompletten Umzug auf Wunsch, inklusive Postfächer und Redirects, ohne dass Ihre Kunden eine Lücke merken. Wie wir Sichtbarkeit nach einem Umzug absichern, ist Teil unserer Arbeit für SEO Nürnberg.
Die Arbeitshilfe zum Mitnehmen
Damit beim Umzugstag nichts untergeht, haben wir die drei Phasen als Checkliste zusammengestellt: was vorher, was am Umzugstag und was bei der Nachkontrolle dran ist. Zum Abhaken, drucken oder als PDF speichern.
↓ Umzugs-Checkliste öffnen (drucken / als PDF speichern)
Kurz-Version der Checkliste:
- Vorbereitung: TTL senken, DNS-Records sichern, AuthCode holen, neues Hosting und Postfächer anlegen.
- Umzugstag: Postfächer migrieren, dann MX umstellen, Domain transferieren, 301-Redirects setzen.
- Nachkontrolle: Web und Mail testen, SPF/DKIM/DMARC prüfen, Search Console checken, erst dann das Alte kündigen.
Nächster Schritt
Ein Domain-Umzug ist genau die Art von Aufgabe, bei der ein fester Ansprechpartner Gold wert ist, statt Stundensätzen für jede DNS-Zeile. Wenn Sie wollen, dass sich jemand verlässlich um Domain, Hosting und Mail kümmert, finden Sie das in unseren Pakete & Preise wieder.
Oder schauen Sie sich eine Live-Demo Ihrer Branche an: eine echte Webseite, kein Mockup.
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